Wing Chun – der Yip Man-Stil

Äußere Kampfstile

Um Yip Man, den Gründer des gleichnamigen Wing Chu-Stils, ranken sich viele Legenden.

Auch wenn er selbst keinen Wert auf Titel wie Großmeister oder Meister legte, so bleibt eines doch unbestritten: er war Großmeister des Wing Chun durch die von ihm entwickelte Yip Man-Form. Mit dieser Richtung wurden viele seiner Schüler berühmt – nicht nur Bruce Lee.

Kung Fu – die Leidenschaft Yip Mans

Yip Man, auch bekannt als Ip Man oder Yip Kai Man, wurde amyip-man 1. Oktober 1893 in Foshan in der chinesischen Provinz Guangdong geboren. Er hatte das Glück, als Sohn einer reichen Familie auf die Welt zu kommen. So erhielt er eine umfassende Ausbildung und konnte seiner Passion, dem Erlernen der Kampfkunst, nachgehen. Er nahm für eine nicht unbeträchtliche Summe von drei Tael Silber, die jeden Monat zu zahlen waren, Unterricht im Kung-Fu. Sein Lehrer war Chan Wah Shun – Wah, der Geldwechsler.

Auf dem richtigen Weg

Als er fünfzehn war, ging Yip Man für zwei Jahre nach Hongkong, wo er, so wird berichtet, über Umwege mit einem weiteren Meister zusammentraf. Wie es sich später herausstellte, war dieser Mann der Sohn von Leung Jan, der wiederum Sifu des Meisters Wah war. In dieser Begegnung musste Yip einen Teil seines jugendlichen Hochmuts ablegen. Er war nicht zuletzt durch seine Unbeherrschtheit dem Mann, der bereits in seinen Fünzigern war, unterlegen. Der Junge erkannte das Können des Älteren und dieser wiederum sah das schlummernde Potenzial im Jüngeren. Beide setzten die Studien des Wing Chun für lange Jahregemeinsam fort.

Ein fleißiger Schüler und mutiger Meister

Mit 24 Jahren schließlich kehrte Yip Man in seine Heimatstadt zurück. Er praktizierte und vervollkommnete weiterhin seine Wing Chun-Techniken. Aufgrund seiner hohen Begabung und seines Fleißes geriet für den jungen Mann bald die traditionelle Struktur, die Meister und Schüler in der Kampfkunst innehaben, ins Wanken. Seine sogenannte “weiche Technik” wurde zudem als Abweichen des traditionellen Wing Chun betrachtet. Viele Geschichten aus dieser Zeit berichten von seinem Können und seinem Mut.

ip-man-shuelerDie Yip Man-Schule

All das war die Grundlage für die Gründung seiner eigenen Schule. 1941 in Foshan gegründet, übernahm Yip Man sie 1949 nach Hongkong. Von dieser Zeit ab stieg sein Ruf als Meister. Er unterrichtete nicht nur seinen beiden eigenen Söhne und seinen Neffen im von ihm geschaffenen Yip Man-Stil, es kamen auch viele im Wing Chun in hohem Ansehen stehende Männer wie William Cheung, Chan Shing, Sam Lau und vor allem Bruce Lee zu ihm. Dieser berühmteste unter seinen Schülern übernahm den Stil und brachte ihn nach Amerika. Dort entwickelte Bruce Lee den Yip Man-Stil zu seinem Jeet Kune Do weiter.

Yip Man und seine Formen

Die Person Yip Mans lebt zu einem großen Teil von Erzählungen um ihn, die nicht alle gesichert sind. Und doch existiert eine Fotoserie, in der die 116 WingTsun Holzpuppentechniken, ein wichtige Technikschule, festgehalten ist. Die letzten Aufnahmen des Meisters, die ihn beim Ausüben der Holzpuppenform sowie seiner Formen Cham Kiu und Siu Nim Tao zeigen, entstanden nur zwei Wochen vor seinem Tod im Dezember 1972.

Die Legende Yip Man und das Fortleben der Form

Yip Man zu Ehren entstanden drei 2008, 2010 und 2013 uraufgeführte Filme Ip Man, Ip Man 2 und Ip Man Zero. Sie greifen die Legenden um Yip Man auf und widmen sich die Formen, die der Großmeister entwickelte. Heute wird als Trainingsziel angesehen, dass auch kleinere und weniger kräftige Personen so aufgebaut werden, dass sie gegenüber ihnen vermeintlich stärken Personen bestehen könnten. Nicht das artistische Können, keine wagemutigen Sprünge oder hohe Tritte stehen im Vordergrund, sondern überlegtes Agieren. Dass Besonnenheit gerade dem gelingt, der geduldig und beharrlich nicht nur seine Techniken, sondern an sich selber übt, liegt dem Yip Man-Stil wie den meisten Richtungen zugrunde.

 

Post a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*