MMA – Vollkontakt und seine Gefahren

Kampfkunst und Gesundheit Kampfsport

Die harten Kämpfe der Mixed Martial Arts, abgekürzt MMA, sind es, die bei vielen mit den asiatischen Kampfsportarten nicht Vertrauten zu einer etwas verschobenen, voreingenommenen Ansicht der Kampfkünste allgemein führen. Richtig ist, dass sowohl im Training als auch in Wettkämpfen der MMA ein Vollkontakt mit relativ wenig Einschränkungen nicht nur erlaubt, sondern erwünscht ist. Im Gegensatz dazu werden in vielen anderen Formen, wie etwa beim Shotokan Karate, Schläge und Tritte haarscharf vorm Gegner abgestoppt.

Kampfsport seit dem Altertum

mma-fihgtDie Entrüstung über die “Gemischten Kampfkünste” ist in Europa immer noch groß. Immer wieder weigern sich deutsche Fernsehsender, diese Kämpfe zu übertragen. Sie sehen eine unnötige Härte und Brutalität. Verpönt ist vor allem das “Ground and Pound”, also den an Boden liegenden Gegner – womöglich auf den Kopf – noch zu schlagen.

Dabei wird vergessen, dass die MMA ihren Ursprung bereits in der Antike haben. 708 v. Chr. wurde Ringen ein Bestandteil der Olympischen Spiele, 688 v. Chr. das Boxen. Bereits damals, so unser Wissen heute, wurde sich die Frage gestellt, wer der beste Kämpfer sein mag. Und es gab schon zu dieser Zeit Diskussionen, in welcher Disziplin dieser zu finden ist. Dieser Einbezug der doch so verschiedenen Kampfformen war die Geburtsstunde der MMA, die Zusammenfassung beider Kampfstile wurde Pankration genannt.

MMA und ihre Auslegung in Europa

Das Kräftemessen bewahrte sich seine Tradition mma-fihgtauf allen Erdteilen und in allen Regionen. Es entwickelten sich eigene Stile, bis in die Neuzeit überdauert hat unter anderen die brasilianische Variante Vale Tudo. Das bedeutet auf portugiesisch “alles geht” und trifft somit die Quintessenz der modernen MMA. Um 1980 war es, als diese Sportart in Europa auftauchte. Free Fight etablierte sich anfangs in Holland, ab den 1990ern wurde der MMA-Sport auch in Deutschland immer bekannter.

Gekämpft wird im Stehen und liegend auf dem Boden, erlaubt sind Hebeltechniken und Würgen, Schläge und Tritte, auch mit Ellbogen und Knie. Dabei bleibt der Kopf bei vielen Wettbewerben keineswegs ausgespart. Nicht gestattet sind das Beißen und Reißen in und an Nase und Ohren, das Verletzten von Augen und Genitalien und natürlich auch das Töten des Gegners. Ziel ist die Kampfunfähigkeit oder Kampfaufgabe des Gegners, oft aber ebenfalls ein reiner Punktesieg.

Gesundheitsrisiken durch MMA

Während es bei Kampfsportarten wie Aikido, Karate oder Judo, wie sie olympisch oder auf Wettkämpfen in Europa ausgeübt werden, zu relativ wenig körperlichen Beeinträchtigungen kommt – das Verletzungsrisiko ist hier in der Regel geringer als bei Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball – wird durch den Free Fight der Kämpfer doch erheblichen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt.

Es ist durchaus so, dass immer wieder Kämpfer an den Folgen von Verletzungen, die sie sich im Kampf zugezogen haben, sterben oder Zeit ihres Lebens an gesundheitlichen Schäden zu tragen haben. Dabei sollte man aber zwei Fakten zur Meinungsbildung heranziehen: Die Kämpfer stehen freiwillig, meist für hohe Preisgelder, auf der Kampffläche und sind sich des Risikos – wie beim Boxen auch – in der Regel bewusst. Widerlegt ist dagegen die Ansicht, dass MMA gefährlicher als andere Vollkontakt-Sportarten sind. Die durch Kopfschläge entstehende Demenz tritt hier zum Glück kaum auf.

MMA auf Vormarsch – Dokumentation

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