Jeet Kune Do – Der Weg der abfangenden Faust

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Die Entstehung des Jeet Kune Do

Die Geschichte der chinesischen Kampfkünste ist viele 100 Jahre alt. Unter dem Namen Kung Fu entwickelten sich Tausende an Stilen, die über Generationen weitergegeben wurden. Ip Man, der letzte Großmeister des Wing Chun, einer Form des südchinesischen Boxens, lehrte Bruce Lee über mehrere Jahre diese Form des Kung Fu. Auch in mehreren Straßenkämpfen sammelte der Gründer des Jeet Kun Do die Erfahrungen, aus denen sich sein Stil entwickeln sollte.

Während Kung Fu in langer Tradition steht und bis heute dies auch im Training gelehrt wird, so brach Bruce Lee mit den alten Lehren. Er versuchte eine Kampfkunst zu entwickeln, welche effizienter sein sollte, als alles bisher da gewesene. Neben Wing Chun studierte er intensiv verschiedene Kampf Kunsttechniken und vereinte die wirkungsvollsten Elemente in einem einzigen Stil: Jeet Kune Do, dem Weg der abgefangenen Faust. Diese ist nicht wie bisherige Systeme eine Kampfkunst, sondern primär Selbstverteidigung und orientiert sich an praktischen Prinzipien mit einer bis dahin einzigartigen Philosophie des Kampfes. Im Mittelpunkt steht dabei das Erkennen seiner eigenen Fähigkeiten wie der des Gegners.

Jeet-Kune-DoDer Weg der abfangenden Faust

Im Jeet Kune Do werden intensiv die drei Distanzen Nah-, Mittel- und Fernkampf trainiert. Die Unterscheidung derer ist besonders wichtig, wenn es darum geht, auf entsprechende Angriffe des Gegners adäquat zu reagieren.

Während klassische Kampfsportarten darauf ausgelegt sind, Gegner zu besiegen, welche über die Kenntnisse und Techniken der eigenen Kampfkunst verfügen, so sollte Jeet Kune Do individuell einsetzbar sein.

Für Bruce Lee stellte das Festhalten an einem Stil eine Begrenzung dar, die es zu überwinden galt. Jeet Kune Do sollte zudem keine ritualisierte Kampfkunst sein, wie die Tradition des Kung Fu es bisher gelehrt hatte.

Im Zentrum stand der konkrete Weg zur Selbstverteidigung und des Angriffes. So entfernte Bruce Lee beispielsweise sämtliche Formen (z.B. jap. Kata), da er diese als hinderlich ansah, und wandte sich konkret dem Kampfsport zu.

Techniken und Strategien

Im Jeet Kune Do entwickelte er konkrete Techniken und Strategien, um möglichst wirksam Angriffe durchzuführen. Er betonte stets, dass er keine universale Kampfkunst lehrte, sondern primär einen Weg aufzeigt, der jedem Kämpfer die eigene Individualität abforderte. Dabei stellte er die These auf, dass nicht ein bestimmte Kampfspiel der Beste sei, sondern es darauf ankomme, die eigenen Bewegungen an die des Gegners anzupassen.

  • Jeet Kune Do ist damit kein konkreter Kampfspiel, sondern vielmehr ein Konzept, das dem Schüler den Weg zum Kampf vermitteln soll.
  • Dabei sollen einleuchtende Prinzipien wie z. B. das gleichzeitige Kontern eines Angriffs mit einem Gegenangriff möglichst effizient umgesetzt werden.
  • Bruce Lees Kampfstil ist somit keiner, der für alle erlernbar wäre. Vielmehr ist er ein Konglomerat an Techniken, die er an die Möglichkeiten und Grenzen seines eigenen Körpers und Geistes angepasst hat.

Anpassungsfähig wie Wasser

In einem Interview mit einem Reporter erläuterte er durch eine Metapher philosophischen Gehalt von Jeet Kune Do mit dem Vergleich von Wasser, das sich in seiner Form an das Gefäß, in dem es sich befindet, anpasst. Dies hat natürlich zur Voraussetzung, dass die einstudierten Techniken schnell, einfach und effizient sind. Nur so ist es möglich, diese in jeder Situation souverän auszuführen. Das sichere Beherrschen der einzelnen Techniken ist somit essenziell, um einen Gegner bereits bei seinem Angriff zu stoppen. Angriffe des Gegners sollen also nach Möglichkeit nicht geblockt werden, sondern gar nicht erst zur Ausführung kommen.

Bruce Lee demonstrierte mehrfach beeindruckend die Wirksamkeit seiner Kampfkunst, indem er in Full Contact Turnieren seine Gegner mit Leichtigkeit bezwang. Auch zeigte er mit verschiedenen Techniken die Wirksamkeit seines Trainings auf. So war sein Markenzeichen der sogenannte One Inch Punch. Dieser Schlag, aus nur zwei Zentimeter Entfernung angesetzt, schickte seinen Trainingspartner meterweit über die Matte.

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