Die fünf Tierformen Qi Gong – Meditation in Bewegung

Innere Kampfstille Meditation & Qi-Gong

Kampfkunst – von den Tieren gelernt

Von den Angriffs- und Abwehrbewegungen wilder Tiere inspiriert, sind effiziente Übungsformen entstanden. Sie stehen für die verschiedenen Funktionen des menschlichen Körpers und stärken diese. Diese Tierformen finden sich in vielen Kampfkünsten und Kampfsportarten, wo sie neben einer schnellen Form zum Angriff auch als langsame Übungen zur Schulung des Geistes und Meditation in Bewegung gelehrt werden.

Die Entwicklung der Tierformen Qi Gong

Wahrscheinlich gehen die Wurzeln dieser Übungsformen in die Anfänge der chinesischen Kultur zurück. Als Schöpfer der Tierformen im Qi Gong gilt jedoch Hua Tuo. Dieser chinesische Arzt lebte bereits im 2. Jahrhundert. Hua Tuo erkannte, dass Tiere im Spiel ihr Geschick, Kraft und Schnelligkeit trainierten und so ihr Überleben sicherten. Gleichzeitig zeigen diese Bewegungen auch den Charakter der einzelnen Tiere. Diese Erkenntnis hat Hua Tuo für sein Spiel der Tiere übernommen. Die natürliche Verbindung von Wesen, Gestalt und Ausdrucksform wird in diesen Übungsformen hervorgehoben.

Verschiedene Tiere – eine Gemeinsamkeit

Die Tiere sind je nach Stilrichtung unterschiedlich, jedoch ist das Grundprinzip immer ein ähnliches. Das heutige Qigong sieht Tiger, Bär, Affen, Hirsch und Kranich als tierische Lehrer an. Dort sind diese Formen als Spiel der Tiere bekannt. In anderen Stilrichtungen werden wiederum die Eigenarten und Bewegungen wechselnder Tiere aufgenommen.

Im Hung Gar Kuen entwickelten sich die Tierformen ebenfalls schon früh. Hier sind dies Leopard, Drache, Schlange, Tiger und Kranich. In dieser Stilrichtung werden die Tierformen auch Fünf-Tiere-Boxen genannt und dienen der Gesunderhaltung von Körper und Geist.

Geschmeidig wie ein Leopard

Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination sollen mit den Leopard-Übungen erreicht werden. Das funktionierende Muskelspiel zu fördern und aufrecht zu erhalten ist ein weiterer Aspekt dieser Trainingsform. Ein gleichmäßiger, geschmeidiger Bewegungsablauf spart körperliche Kräfte ein und bewahrt so vor mentaler Erschöpfung.

Das Feuer des Drachens

Nicht das Feuer des Temperaments ist hier das Übungsziel, sondern die Brillanz des Geistes. Er soll Funken sprühen und Feuer entfachen. Die Drachenform stellt auf einer psychischen Ebene dar, was das tierisches Vorbild auf physischer Ebene vermag. Der Geist soll gestärkt und verfeinert werden. Ebenfalls gelten die Übungen des Drachens als ausgezeichnetes Training für die Konzentration.

Die zischende Schlange

Wie die Schlange ihren Atem beim Vorwärtsstoßen ausstößt, so agiert der Mensch beim Training der Schlangenform. Die Lunge frei machen und den Oberkörper weiten ermöglicht eine immer tiefer werdende Atmung. Das Blut kann besser mit Sauerstoff versorgt werden und der Übende an Vitalität gewinnen. Eine achtsame Atmung macht zudem den Geist frei.

Der mächtige Tiger

Voller Spannkraft, impulsiv und furchtlos ist der Tiger. Die ihm nachempfundenen Bewegungen sind geschmeidig, sie stärken das Zusammenspiel von Yin und Yang. Dadurch gewinnt der Übende an Autorität und Selbstbewusstsein. Schnelle, aber auch langsame Bewegungsabläufe fördern die Stärkung von Knochen und Gelenken, von Sehnen und Muskeln. Dies zieht eine Stärkung des Rückens – sowohl im physischen wie auch psychischen Sinn nach sich.

Standfestigkeit und Gleichgewicht

Die Übungen de Kranichform fördern diese beiden Eigenschaften im doppelten Wortsinn. Übungen auf einem Bein, mit ausgebreiteten Armen, ahmen den Vogel nach. Und sie führen zur Unbeschwertheit, zu einer gesunden Balance. Kranichübungen sind leicht und elegant. Sie sind Meditation und Überwindung des eigenen Ichs.

WuDang Five animals : Dragon, Tiger, Leopard, Snake, Crane

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